Morbus Crohn: Eine tückische Krankheit

Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, starker Gewichtsverlust – sobald die Schübe der Darmerkrankung einsetzen, ist der Alltag der Betroffenen stark davon betroffen. Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung, die sich nicht heilen lässt. Doch was steckt dahinter?

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Eine schubweise auftretende Krankheit

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Diese kann zwar den gesamten Verdauungstrakt befallen, tritt jedoch in den meisten Fällen im Dickdarm oder Dünndarm auf. Sehr selten ist auch die Speiseröhre betroffen. Morbus Crohn (MC) verläuft schubweise – das bedeutet, dass alle damit verbundenen Symptome nur während der Krankheitsschübe auftreten. Ruhige Phasen folgen auf einen zeitlich begrenzten Ausbruch und umgekehrt. Wie häufig diese Schübe stattfinden und in welcher Stärke, hängt vom Grad der Erkrankung ab. MC verläuft zwar nicht tödlich, doch die Krankheit ist auch nicht heilbar. Trotzdem gibt es Methoden ein gutes Leben mit der Krankheit zu gestalten.

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Was genau ist Morbus Crohn?

Der Magen-Darm-Trakt eines Menschen ist ein komplexes System, welches aufeinander aufbaut. Ist ein Teil davon beschädigt, ist das gesamte System vor Herausforderungen gestellt. Morbus Crohn ist nicht nur tückisch, weil es schubweise verläuft, sondern auch, weil der Befall des Verdauungstrakts durch die Krankheit diskontinuierlich ist. Das bedeutet, dass verschiedene Teile des Systems erkrankt sein können, während zwischen diesen kranken auch gesunde Abschnitte liegen. Die befallenen Teile sind chronisch entzündet und verdicken sich im Verlauf der Erkrankung. Am häufigsten befällt Morbus Crohn den Übergang vom Dünn- zum Dickdarm.

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Die Entdeckung von MC

Das Krankheitsbild mit Symptomen von Morbus Crohn wurde in der Geschichte zwei Mal unabhängig voneinander beschrieben. Dies geschah zum einen 1904 durch den polnischen Chirurgen Antoni Lesniowski und 28 Jahre später durch den US-amerikanischen Magen- und Darmspezialisten Burrill Bernard Crohn. Letzterer hat den Namen der chronischen Krankheit geprägt. Oftmals wird MC auch als Crohn‘s Disease oder medizinisch als Enteritis regionalis Crohn bezeichnet.

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Was passiert bei Morbus Crohn?

Viele Patienten erfahren während der Krankheitsschübe starke Bauchkrämpfe – diese treten dabei häufig im rechten Unterbauch auf. Oftmals geschieht dies nach dem Essen oder vor dem Stuhlgang. Zu den Schmerzen kommt starker Durchfall hinzu, der teilweise auch blutig sein kann. Die Symptome variieren nach Mensch und Grad der Erkrankung, doch haben viele Patienten zusätzlich mit starkem Gewichtsverlust, Fieber, Übelkeit und Müdigkeit zu kämpfen. Besonders bei kleinen Kindern kann Morbus Crohn zu Wachstumsverzögerungen führen. Zwar treten die Symptome der Krankheit stets in Schüben auf, jedoch können diese teilweise mehrere Wochen lang anhalten. Die Hälfte aller Patienten bekommt im Verlauf der Krankheit weitere Symptome wie Gelenk- und Gliederschmerzen, Entzündungen der Haut und Augen oder Fisteln und Abszesse am After hinzu – diese treten durch die schwierige Nahrungsaufnahme und die starken Medikamente oftmals begleitend auf. Aktuell leiden in Deutschland 300.000 Menschen an der Krankheit.

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Ungeklärte Ursachen

Bei der Entdeckung der Krankheit ging Burrill Crohn davon aus, Bakterien oder Viren seien Schuld an MC. Mediziner konnten diese These bis heute nicht bestätigen, genauso wenig konnten sie andere Ursachen finden. Es sind lediglich Umstände bekannt, unter denen die Krankheit häufiger auftritt. So vermuten Experten, dass MC eine Autoimmunerkrankung der Darmschleimhäute ist, da ein expliziter Erreger der Krankheit bisher fehlt. Autoimmun bedeutet, dass der menschliche Körper gegen sich selbst arbeitet – in einem solchen Fall produziert er Antikörper gegen das eigene Abwehrsystem, was eine Heilung stark erschwert. Jedoch können solche Autoantikörper lediglich in 20 Prozent der MC-Fälle nachgewiesen werden. Im Jahre 2011 veröffentlichte die Deutsche Morbus Crohn Vereinigung (DCCV e.V.) einen vermeintlichen Beweis, wonach die Krankheit ein angeborenes Versagen der eigenen Abwehr gegen Darmbakterien sei, sodass die chronische Entzündung als genetische Abwehrschwäche zu verstehen ist. Medizinisch kann ein solch genetischer, somit erblicher Zusammenhang, nur bei der Erkrankung im Dickdarm nachgewiesen werden, obwohl die Erkrankung der Häufigkeit nach dort viel seltener auftritt als im Dünndarm. In diesem kann die Gen-Regel nicht angewendet werden.

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Weitere Möglichkeiten

In der Medizin gibt es noch weitere Vermutungen über Faktoren, die eine MC-Erkrankung begünstigen. Auch eine Barrierestörung im Darm wäre denkbar: Bei einem gesunden Menschen gelangen Bakterien der Darmflora nicht in großer Zahl in die Darmschleimhaut, weil eine natürliche Barriere gegeben ist. Bei Kranken dringen die Bakterien genau dort ein und verursachen Entzündungen. Während der Körper versucht, dagegen anzukämpfen, wird die Darmschleimhaut weiter geschädigt, sodass es zu einer Art Teufelskreis und somit zu einer chronischen Entzündung kommt. Außerdem wird vermutet, dass übermäßige Körperhygiene MC begünstigt: Da Menschen immer weniger mit Keimen und Bakterien in Berührung kommen, verlernt der Körper, mit diesen umzugehen, und sich zu wehren. Zudem stören Weichmacher in Duschgels oder in anderen die Produkten die natürliche Barrierefunktion der Schleimhäute. Manche Mediziner gehen davon aus, dass auch psychosozialer Stress die Krankheit zwar nicht auslösen, jedoch aktivieren kann. Raucher erkranken doppelt so häufig an MC wie Nichtraucher.

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Wo kommt die Krankheit vor?

Umweltfaktoren tragen dazu bei, dass MC sich entwickelt – darauf kamen Forscher, weil Morbus Crohn verstärkt in westlichen Industriestaaten auftritt. Hier liegt die jährliche Anzahl von Neuerkrankungen bei sieben Menschen auf 100.000 Einwohner. Diese Zahl hat in den vergangenen 20 Jahren deutlich zugenommen. Die meisten Erkrankungen sind bei relativ jungen Menschen zwischen 15 und 35 Jahren festzustellen. Dabei tritt sie geschlechterunspezifisch auf – sowohl Männer, als auch Frauen erkranken gleich häufig daran. Schweden ist, prozentual gemessen, das Land mit den meisten MC-Patienten.

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Wissen, dass es Morbus Crohn ist

Laktose, Gluten, Fruchtzucker – es gibt viele verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten. Einige davon bleiben bei Menschen unentdeckt. Dabei macht genau eine solche Unverträglichkeit dem Körper zu schaffen. Menschen, die eine solche Allergie lange unwissentlich mit sich herumtragen, riskieren, an einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn zu erleiden. Deshalb sollten Blähungen, Krämpfe oder Durchfälle ernst genommen und medizinisch untersucht werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, das Entnehmen von Blut oder mit Hilfe einer Darmspiegelung kann festgestellt werden, ob es sich bei den Symptomen um MC handelt. Da es viele verschiedene Darmerkrankungen gibt, wird der Arzt zunächst alle weiteren Möglichkeiten ausschließen, bevor er eine chronische Erkrankung diagnostiziert.

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Leben mit der Krankheit

Zwar verläuft Morbus Crohn nicht tödlich, jedoch wird der Alltag während einer Schubphase stark eingeschränkt. Besonders die Bauchkrämpfe aber auch der starke Durchfall beeinträchtigen die Lebensqualität in großem Ausmaß. Besonders die Unkontrollierbarkeit der Schübe macht die Krankheit tückisch und nicht einschätzbar. Da Morbus Crohn nicht nur körperlichen sondern auch psychischen Stress bedeutet, sollte eine therapeutische Behandlung stets die gesamte Lebenssituation des Patienten betrachten. Es gibt zwar keine Möglichkeit MC zu heilen, jedoch gibt es medizinisch verschiedene Wege, um ein Leben damit zu ermöglichen.

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Behandlungswege

Kortison zählt zu den wichtigsten Präparaten, um Morbus Crohn erfolgreich zu behandeln. Es gibt einen Unterschied zwischen sytemischen Präparaten, die auf den gesamten Körper wirken und topischen, die zur lokalen Behandlung eingesetzt werden. Da die Krankheit und auch ihre Symptome bei jedem Menschen unterschiedlich sind, kann keine verallgemeinernde Therapie angewendet werden. Diese unterscheidet sich insbesondere darin, ob es sich um eine Schubtherapie oder eine Remissionserhaltung handelt. Bei ersteren wird dann behandelt, wenn der Schub vorliegt – dabei werden die Symptome gelindert. Letztere soll die Anzahl an Schüben verringern, respektive die Zeit bis zur nächsten Remission (bis zum nächsten Schub) verlängern. Mittlerweile existieren viele verschiedene Medikamente, die teilweise bei 90 Prozent aller Patienten zu Beschwerdefreiheit führen. Erfolgreiche Medikamente sind sogenannte Glukokortikoide. In manchen Fällen, wenn Medikamente keine Wirkung mehr zeigen, müssen die kranken Teile des Darms operativ entfernt werden.

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Komplikationen bei Morbus Crohn

Häufig lassen sich die Symptome von Morbus Crohn bis hin zur Beschwerdefreiheit behandeln, jedoch gibt es viele Begleiterscheinungen, die die Krankheit mit sich bringt. Da die Nährstoffaufnahme im Verdauungstrakt gestört ist, kommt es bei vielen MC-Patienten zu einer Fehl- oder Mangelernährung. Da der Darm durch die Schübe viel Energie benötigt, verlieren Menschen stark an Gewicht, werden schwach, müde und appetitlos. Die starken Medikamente lösen außerdem oftmals andere Krankheiten wie Osteoporose oder Entzündungen der Haut aus.

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Worauf man achten muss

Viele MC-Patienten leiden besonders unter psychischem Stress, den die Krankheit auslöst. Eine Therapie kann helfen, damit umzugehen und Depressionen vorzubeugen. Neben der medikamentösen Behandlung der Symptome, können sich Patienten auch einer Akupunktur unterziehen und homöopathisch behandeln lassen. Zudem sollten Betroffene auf ihre Ernährung achten: viel Flüssigkeit, Vitamine, Eiweiße und eine ballaststoffarme Nahrung sollte auf dem Speiseplan stehen. Ausreichend Bewegung und das Halten eines Normalgewichts sind zudem ratsam. So können Patienten hoffen, dass sich der Gesundheitszustand mit der Zeit verbessert die Schübe im Alter schwächer werden.

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von Deana Mrkaja

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